Wien hat seine Unschuld verloren

Mutmaßliche irakische Terroristen, die als Nicht-Österreicher im Gemeindebau leben. Schüler, die Lehrer mobben und körperlich angreifen. Ein rasanter Anstieg von Sexualdelikten, begangen von ausländischen Tätergruppen. Fast täglich Messerstechereien mit zumindest schweren Körperverletzungen. Patienten, die im Spital Ärzte niederstechen. Traurig, aber wahr – das einst so für seine Sicherheit gerühmte Wien hat seine Unschuld verloren.

Der Vorwurf der politisch Linken an die Boulevardzeitungen, sie würden mit ausschließlich Negativmeldungen und blutrüstigen Schlagzeilen die Bevölkerung in Unsicherheit versetzen, ist ein Ausdruck völliger Plan- und Hilflosigkeit. Die Medien berichten nur, was geschieht.

Ich sage, was Sache ist: Wien braucht braucht dringend mehr Polizisten. Aber nicht nur. Wir brauchen auch eigene, ernst zu nehmende Sicherheitskräfte in Spitälern, an sensiblen öffentlichen Räumen wie Parks und U-Bahn-Stationen sowie in den Öffis selbst. Wir brauchen eine Evaluierung des Strafgesetzes und – so traurig es ist – eine Senkung der Jugendstrafmündigkeit auf 12 Jahre. Es braucht eine Ausweitung der bewährten Alkohol- und Waffenverbotszonen an Hot-Spots.

Das alles in dieser beklemmenden Tragweite und Komplexität verlangt nach einer eigenen Wiener Sicherheitsorganisation in Ergänzung zur Exekutive, in der auch alle bereits vorhandenen Ordnungskräfte zusammengefasst sind. In einheitlicher Uniformierung, sofern sie öffentlich präsent sind, mit einheitlicher Ausbildung und mit entsprechenden Kompetenzen. Und selbstverständlich verlangen die neuen Zeiten nach einem eigenen Wiener Sicherheitsressort mit einem verantwortlichen Stadtrat.

Es kann ja nicht sein, dass unsere Sicherheit sozusagen ein Nebenjob des Bürgermeisters ist. Doch genau das ist im realitätsfremden rot-grünen Wien der Fall. Bürgermeister Michael Ludwig hat bei seinem Amtsantritt verkündet, er höchstpersönlich werde sich um die Sicherheitsagenden der Stadt kümmern. Er ist damit auch voll verantwortlich. Geschehen ist nichts. Aber so was von nichts. Es gibt aus Ludwigs Sicht offenbar Wichtigeres als beispielsweise mehr Sicherheitskräfte in den Öffis. Stattdessen will man neuerdings U-Bahn- Waggons parfürmieren.

Ich sag’s, wie’s ist: Mir stinkt das gewaltig.